Tagesstruktur

Die ergotherapeutischen Fachbereiche (Arbeits- und Beschäftigungstherapie) bieten in allen Einrichtungen von 
St. Thomas,  gemäß unserer Verantwortung,  die Möglichkeit, der regelmäßigen Teilnahme unserer Bewohner an einer Vielzahl von therapeutischen Leistungsangeboten.
Für unsere Bewohner wird somit grundlegend gewährleistet, sich in einer evtl. verlorengegangenen Tagesstruktur einzufinden und zu bewegen, die es auch zulässt,  alte Verhaltensmuster zu überdenken und aufzugeben.

Das regelmäßige Wahrnehmen der therapeutischen Angebote unterstützt das Routineverhalten des Einzelnen und fördert in hohem Maße das Gefühl der Bewohner von Sicherheit, dies in einer von ihnen oft empfundenen, chaotischen und durcheinandergeratenen Umwelt.

Die Tagesstruktur ist also wichtiger Bestandteil der verschiedenen Lebensbereiche unserer Bewohner und hat einen hohen Einfluss auf das jeweilige psychische Wohlbefinden.

Durch das Bewältigen von verschiedenen Aufgabenstellungen und den damit einhergehenden Erfolgserlebnissen wird das Selbstwertgefühl und auch die Selbstständigkeit positiv beeinflusst.

 Das Angebot der Ergotherapie mit diesen beiden Fachbereichen wird sinnvoll durch weitere Therapieformen ergänzt und abgerundet (siehe unten).

Die Tagesstruktur besteht aus zwei Bereichen:

In unseren kleinen Werkstätten der Arbeitstherapien beschäftigen wir uns mit der Ableistung diverser Lohnauftragsarbeiten für namenhafte Firmen aus der Region.

Die Produktpalette erstreckt sich über Montagearbeiten bis hin zu Konfektionierarbeiten.

Ein weiterer Schwerpunkt nimmt die Gartenarbeit auf den Geländen unserer Einrichtungen und Außenhäuser ein.

Auch für Gemeinden und Schlossverwaltungen sind wir im Umland unserer Institutionen in der Landschaftspflege tätig.

Mit dem Hammberger Hof, einer Reitanlage mit Restaurantbetrieb, haben wir ein Therapiezentrum geschaffen, in welchem die BewohnerInnen in hohem Maße hinsichtlich einer Eingliederung auf den Arbeitsmarkt gefördert werden können. 

Die Beschäftigungstherapie von St. Thomas in Heidelberg, Graben-Neudorf und Schwetzingen umfasst,  je nach Neigung und Fähigkeit des einzelnen Bewohners, verschiedene handwerklich-gestalterische und künstlerische Angebote wie z.B. Malerei, Holz- und Tonarbeiten, Restaurationen etc. 

Durch die regelmäßige Teilnahme sollen die Bewohner motiviert werden, wieder zu einem „normalen“ Tagesablauf zu finden und ein neues Selbstbewusstsein zu entwickeln. Darüber hinaus bietet die Beschäftigungstherapie Aktivitäten an, die dem Ziel dienen, die Kontaktfähigkeit der Bewohner untereinander zu fördern.

Psychotherapie und Beratung

frez. Reilingen

Die psychiatrische und psychologische Betreuung der Bewohner liegt in der Verantwortung von Psychiatern und Diplompsychologen. Zum psychotherapeutischen Angebot gehören unter anderem Gruppen- und Einzeltherapien, Kriseninterventionen und Angehörigenberatungen. Die Art der angewandten Therapieverfahren richtet sich nach dem therapeutischen Gesamtplan, der gemeinsam mit dem Bewohner aufgestellt wird.

Dabei reagiert der Therapeut flexibel auf die jeweilige psychische Verfassung des einzelnen Bewohners. Beispielsweise erfordert eine Krisensituation andere Inventionsstrategien als eine Phase relativer psychischer Stabilität. Das heißt, die Vorgehensweise ist dynamisch und richtet sich nach den aktuellen Bedürfnissen der zu Betreuenden.

Vorrangiges Ziel der Therapie ist es, Konflikte mit den Betreuten zu besprechen und dementsprechend Lösungsmöglichkeiten vorzubereiten. Um dieses Ziel zu erreichen, empfehlen sich Einzelgespräche, systemische Vorgehensweisen und andere.

Für einen Therapieerfolg ist aber nicht allein das jeweilige Verfahren, sondern ebenso die Haltung des Therapeuten dem kranken Menschen gegenüber von größter Bedeutung. Den in St. Thomas lebenden Menschen wird ein hohes Maß an Wertschätzung, Achtung und Respekt entgegengebracht.

Computergeschütztes kognitives Training

Ein weiterer Ansatz in der Therapie psychisch kranker Menschen ist das kognitive Training. Kognitionen sind zentrale Prozesse in der Informationsverarbeitung und Interpretation im Gehirn und bestimmen, wie wir Informationen aufnehmen, interpretieren und verarbeiten. Sie legen das Muster unseres Verhaltens und Erlebens fest. Sie haben somit erheblichen Einfluss auf die Art und Weise, wie wir unseren Alltag und unser Leben generell gestalten.

Bei psychisch kranken Menschen sind die kognitiven Funktionen häufig nicht mehr vollständig intakt. Daher hat St. Thomas ein spezielles Training dieser kognitiven Funktionen in sein umfangreiches therapeutisches Angebot mit aufgenommen.

Bei diesem kognitiven Training handelt es sich um ein speziell für psychisch kranke Menschen entworfenes Computerprogramm. Es enthält verschiedene Aufgaben zum Training einzelner kognitiver Funktionsbereiche (z.B. Problemlösungsdenken, Merkfähigkeit) und wird am Computer durchgeführt.

Was bewirkt das kognitive Training?

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass sich bei regelmäßiger und kontinuierlicher Durchführung des computergestützten kognitiven Trainings die kognitive Leistungsfähigkeit von (chronisch) psychisch kranken Menschen in bedeutendem Umfang verbessern kann. Informationen werden besser verarbeitet und interpretiert, das Verhalten und Erleben wird adäquater.

In jedem Fall kann das kognitive Training einem Abbau von geistigen Fähigkeiten vorbeugen und entgegenwirken. Gerade auch für ältere Menschen, bei denen die mentale Leistungsfähigkeit naturgemäß mit zunehmendem Alter abnimmt, kann eine Teilnahme am kognitiven Training  eine wirkungsvolle Maßnahme zum Erhalt der Fähigkeiten darstellen.

Besonders im Zusammenspiel mit anderen therapeutischen Angeboten entfaltet das kognitive Training seine Wirkung: seelische Ausgeglichenheit, subjektive Zufriedenheit und Lebensqualität nehmen zu; außerdem gibt die erfolgreiche Bewältigung der Aufgaben und der Umgang mit dem Medium Computer Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, weckt die Motivation und hebt das Selbstwertgefühl.

Kognitives Training bei St. Thomas

Schon seit mehreren Jahren gehört das kognitive Training bei St. Thomas zum festen Bestandteil des therapeutischen Angebots. In eigens dafür hergerichteten Räumlichkeiten führen die Bewohner der Einrichtung unter fachkundiger Anleitung von Sozialpädagogen und Ergotherapeuten das Programm durch.

Das Trainingsprogramm wird in regelmäßigen Abständen von Psychologen überarbeitet und den individuellen Möglichkeiten der Teilnehmer angepasst.

Kunst und Musiktherapie

Schon seit der Gründung im Jahre 1976 räumen die Therapeuten von St. Thomas den in dieser Einrichtung lebenden Bewohnern und insbesondere Künstlern viel Raum ein um sich kreativ entfalten zu können. Das Ergebnis ist eine Sammlung von mehreren hundert Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Töpfereien. Sie werden erstaunt sein über die Ausdruckskraft dieser „wahnsinnig schönen“ Gestaltungen! Viele derselben sind vergleichbar mit denen, die in der berühmten Prinzhorn-Ausstellung in Heidelberg zu sehen sind.

Die Kunst psychisch Kranker und auch das kreative Schaffen derselben wurden erst sehr spät von nur wenigen Ärzten in ihrer Schönheit und in ihrer Eigenweltlichkeit erkannt.

Die traditionelle Psychiatrie sprach stattdessen lange Jahre von „entarteter Kunst“. Insofern hat sie sich auch in dieser Hinsicht nicht rühmlich gemacht. Letztlich ist es nur wenigen Visionären zu verdanken, dass es nach langer Zeit zu einem Wandel solcher Wertungen und Haltungen kommen konnte.

St. Thomas hat sich, was das kreative Schaffen psychisch Kranker betrifft, schon immer sehr aufgeschlossen gezeigt. Insofern können Sie in den Nachsorgeeinrichtungen in der Trägerschaft von St. Thomas Menschen begegnen, die unzweifelhaft auch Künstler sind!

In einer Dauerausstellung in Schwetzingen präsentiert
St. Thomas Werke seelisch kranker Menschen - Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Töpfereien!

Freizeitangebote

Freizeit Bewohner

Zu den diversen Freizeitaktivitäten, die St. Thomas seinen Bewohnern anbietet, gehören auch Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung. Auch vollwertige Urlaube in das benachbarte Ausland, zum Beispiel nach Frankreich, gehören zum Programm. Die Bewohner sollen andere Situationen, Land und Leute kennenlernen. Besonders wichtig ist, dass sie den Unterschied zwischen Alltag und Freizeit erleben und genießen lernen.

Aber auch kleinere Aktivitäten wie Sport oder Spiel in den Freizeiträumen der Wohnanlagen oder auch nur der Tagesausklang im selbst verwalteten Bistro im Haupthaus in Heidelberg sind bei den Patienten als willkommene Abwechslung beliebt.

Mehrmals jährlich veranstaltet St. Thomas Ausflüge zum Hammberger Hof, einem Reiteranwesen im benachbarten Kraichgau. Hier findet sich auch Zeit und Gelegenheit zu langen Spaziergängen in der freien Natur neben einer Vielzahl von anderen Aktivitäten.

Selbstverständlich sind diese Ausflüge zum Reiterhof auch immer mit einem gemeinsamen sehr guten Essen im Restaurant Hammberger Hof verbunden.

Freizeitaktivitäten
sommerfest
sommerfest 2
musik sommerfest

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